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Typischer Rollerverleih in Thailand: eine Reihe älterer, babyblauer 110er-Roller mit zerkratzter Verkleidung und großen Verleih-Aufklebern, abgenutzte Helme in einer Kiste, ein handgeschriebenes Schild mit 200 Baht pro Tag

Ein typischer Verleih in Thailand, nicht unserer

Ratgeber · Roller auswählen

Welchen Roller du
in Chiang Mai mieten solltest.

Und an welchen du besser vorbeigehst. Was die Verleiher hier wirklich anbieten, welche Modelle in Thailand ABS haben und woran du einen guten Verleih von einem schlechten unterscheidest.

Mit dem richtigen Roller steht dir Chiang Mai offen. Die Berge sind zwanzig Minuten entfernt, zum Abendessen fährst du, wohin du willst, und du planst deine Tage nicht mehr um Taxis herum. Mit dem falschen verbringst du den Urlaub mit schwammigen Bremsen, und das in einem Land, in dem Motorradfahren so gefährlich ist wie kaum anderswo auf der Welt. Die meisten Ratgeber sagen dir, wo du mieten sollst. In diesem geht es darum, was du mietest, denn auf thailändischen Straßen macht der Roller selbst den größten Unterschied.

Was man dir wirklich anbietet

Geh in der Altstadt an irgendeinem billigen Verleih vorbei, und vor der Tür steht immer wieder derselbe Roller: eine Honda Click 125 in Babyblau und Weiß, sieben oder acht Jahre alt, vorne ein Verleih-Aufkleber so groß wie ein Essteller. Kratzer auf jedem Verkleidungsteil, Spiegel, die schon ein paarmal auf dem Asphalt lagen, und ein Bremshebel, den du bis zur Hälfte an den Lenker ziehen kannst, bevor überhaupt etwas passiert. Er kostet 150 bis 250 Baht am Tag und ist in ganz Thailand der Standard-Mietroller für Touristen.

Das Problem ist das Alter, nicht der Lack. Bremsbeläge, Reifen und Öl sind bei diesen Rollern meist längst über den Punkt hinaus, an dem sie hätten gewechselt werden müssen. Und eines lässt sich mit keiner Wartung beheben: Keine Honda Click 125, die in Thailand verkauft wurde, hatte je ABS, in keiner Version. Für erfahrene Fahrer auf trockenem Asphalt ist das ein kalkuliertes Risiko. Wer bisher nur Fahrrad gefahren ist und dann in der Regenzeit losfährt, trifft eine wirklich schlechte Entscheidung.

ABS, einfach erklärt

ABS verhindert, dass die Räder beim harten Bremsen blockieren. Etwas läuft auf die Straße, du greifst zur Vorderradbremse, und statt dass das Rad blockiert und der Roller wegrutscht, lässt das System den Bremsdruck viele Male pro Sekunde kurz nach und baut ihn wieder auf. So behält der Reifen Haftung, und du kannst weiter lenken. Auf einem Roller endet ein blockiertes Vorderrad fast immer mit einem Sturz. ABS ist oft der Unterschied zwischen einem Schreck und einem Krankenhausbesuch. Laut Daten der US-Versicherungswirtschaft sind Motorräder mit ABS an 22 Prozent weniger tödlichen Unfällen beteiligt als dieselben Modelle ohne.

Billige Verleiher werben stattdessen oft mit CBS, also einer Kombibremse. CBS koppelt nur die beiden Bremsen miteinander. Gegen das Blockieren hilft das nicht. Es ist kein ABS, egal was der Aufkleber nahelegt.

In Thailand ist das wichtiger als fast überall sonst. Motorradfahrer und ihre Mitfahrer machen etwa drei Viertel der Verkehrstoten im Land aus, und die Weltgesundheitsorganisation hat Thailand bei der Todesrate im Motorradverkehr weltweit auf Platz eins geführt. Seit Januar 2024 schreiben die thailändischen Vorschriften ABS für neue Roller über 125 cm³ vor, die Mietflotten bestehen aber meist aus älteren Modellen. Deshalb haben die meisten Roller in thailändischen Verleihen, und fast alle im Billigsegment, bis heute überhaupt kein ABS. Im Urlaub, auf Straßen, die du nicht kennst, ist das am falschen Ende gespart.

Diese Roller findest du in den Verleihen

Verleiher in ganz Thailand haben dieselbe Handvoll Modelle im Angebot. Hier die ehrliche Einschätzung zu jedem, mit dem ABS-Stand so, wie Honda und Yamaha die Modelle in Thailand tatsächlich verkaufen. Roller ab Baujahr 2024 haben in mehr Versionen ABS als ältere, und eine Mietflotte besteht meist aus älteren. Nimm die ABS-Spalte also als „im Verleih nachfragen“, nicht als verbindliche Angabe.

ModellMotorABS in ThailandGewichtIdeal für
Honda Scoopy / Yamaha Fino110 bis 125 cm³Neinca. 100 kgKurze Wege, geübte Fahrer
Honda Click 125125 cm³Nein, bei keiner Versionca. 110 kgDer übliche billige Mietroller
Yamaha Grand Filano125 cm³Nur die Topversionca. 102 kgMit Stil durch die Stadt
Yamaha Aerox 155155 cm³Modell 2025 ja, ältere nur in der Topversion118 kgDer sportliche Look
Yamaha NMAX 155155 cm³Ja, beim aktuellen Modellca. 131 kgBequemer Allrounder
Honda Click 160157 cm³Ab 2024 ja, ältere günstige Version nur CBS118 kgStadtverkehr, mit ABS
Honda PCX 160157 cm³Ab 2024 ja, ältere Basisversion nur CBSca. 132 kgKomfort zu zweit
Honda ADV 160157 cm³Ja, plus Traktionskontrolle133 kgAlles, auch die Berge
Yamaha XMAX 300292 cm³Jaca. 180 kgLange Etappen auf der Schnellstraße, nicht der Stadtverkehr

Ein paar Dinge, die die Tabelle nicht zeigt. Die kleinen 110er und 125er sind leicht, billig und schnell geparkt, und für geübte Fahrer, die gemütlich von Café zu Café rollen, völlig in Ordnung. Die PCX ist der bequeme Sessel der Gruppe und die übliche Wahl für Paare, aber bei PCX-Modellen vor 2024 hat nur die teurere Version ABS, und genau die stehen in den meisten Verleihen. Die NMAX ist Yamahas Antwort darauf und kommt derzeit mit ABS, ältere Mietroller haben es aber womöglich nicht. Die Aerox sieht schnell aus und hatte bis zu ihrer Überarbeitung 2025 selbst in der ABS-Version hinten eine altmodische Trommelbremse. Am anderen Ende sind ein 300er Maxiscooter oder eine Enduro mit Schaltgetriebe wie die CRF300L feine Maschinen für Touren. Mit 180 Kilo passt die XMAX aber nicht mehr durch die Lücken, die einen Roller im Verkehr von Chiang Mai zum schnellsten Fahrzeug machen. Größer ist hier nicht besser, in der Stadt vor allem breiter.

Dann gibt es noch die Honda Wave, das halbautomatische Arbeitstier, das halb Thailand tatsächlich fährt. Kein Kupplungshebel, aber du schaltest mit dem Fuß. Wenn du das noch nie gemacht hast, ist der Urlaub nicht der richtige Zeitpunkt, es zu lernen.

Unsere Empfehlung: die Honda ADV 160

Für alle, die Automatik wollen und mehr sehen möchten als die Altstadt von innen, ist die ADV 160 das Beste, was du in Thailand mieten kannst. Sie hat in jeder Version serienmäßig ABS und Traktionskontrolle, und schon das hebt sie bis heute von den meisten Rollern ab, die in den Verleihen tatsächlich stehen. Mit 133 Kilo ist sie schwerer als eine Click, und genau dieses Gewicht spürst du als Stabilität: Mit 80 km/h liegt sie auf der Canal Road satt auf der Straße, und auf dem Weg hoch zum Doi Suthep bringen sie Wind und vorbeifahrende Lkw nicht aus der Ruhe. Trotzdem ist sie schmal genug, um sich an stehendem Verkehr vorbeizuschlängeln, was die wirklich großen Maschinen nicht schaffen. Lange Federwege und 165 Millimeter Bodenfreiheit sorgen dafür, dass Bremsschwellen, kaputter Asphalt und gelegentliche Schotterwege einfach kein Thema mehr sind.

Zwei ehrliche Einschränkungen. Die ADV kostet in der Miete mehr als eine Click, weil sie in der Anschaffung fast doppelt so viel kostet. Und in Verleihen ist sie wirklich schwer zu finden, weil kaum ein Verleih neue Roller kauft. Unserer Erfahrung nach steigt aber kaum jemand, der einmal eine gefahren ist, wieder auf eine PCX um: Sie fährt ruhiger, wo die Straßen schlecht sind, und die meisten finden, dass sie auch besser aussieht. Das ist Geschmackssache. Das ABS nicht.

Schwarze Honda ADV 160, für die meisten Fahrer der beste Mietroller in Chiang Mai, vor dem Tempel Wat Suan Dok
Die ADV 160 am Wat Suan Dok, wo RideMate zu Hause ist.

Die kleinere Wahl: Click 160 mit ABS

Wenn dir die ADV mehr Roller ist, als du brauchst, frag nach der Click 160: leicht mit 118 Kilo, flott genug für die Canal Road, wendig im Verkehr und überall schnell geparkt. Einen Haken gibt es, und der ist wichtig: Bis 2024 wurde die Click 160 in Thailand in zwei Versionen verkauft, und die günstigere hatte CBS, kein ABS. Viele davon fahren noch in Mietflotten, frag im Verleih also, welche du bekommst. Wenn dort niemand weiß, was du meinst, ist das auch eine Antwort.

Schwarze Honda Click 160 mit ABS zu mieten in Chiang Mai, geparkt am Wat Suan Dok
Die Click 160. Egal wo du eine mietest: Frag nach der ABS-Version.

Was ein fairer Preis ist

Tagesmieten in Chiang Mai liegen grob bei 150 bis 250 Baht für eine ältere Click 125, 250 bis 350 Baht für einen neueren kleinen Roller und 350 bis 500 Baht und mehr für die Klasse von PCX, NMAX und ADV. Pro Woche wird es spürbar günstiger, und ein Monatspreis verändert die Rechnung komplett: Ein Monat kostet oft ungefähr so viel wie zehn bis zwölf Tage zum Tagespreis. Wer zwei Wochen oder länger bleibt, sollte deshalb eine längere Miete durchrechnen, bevor er einfach tageweise mietet.

Ein Preis am unteren Ende ist ein Hinweis, kein Schnäppchen. Der Roller für 150 Baht ist fast immer der älteste in der Reihe, und auf einem Roller ist sein Zustand dein Bremsweg.

Kurz zum Führerschein

Thailand verlangt einen Führerschein, der Motorräder abdeckt: einen thailändischen Motorradführerschein oder deinen Motorradführerschein von zu Hause zusammen mit einem internationalen Führerschein, in dem die Motorradklasse eingetragen ist. Ein Autoführerschein zählt nicht, ein internationaler Führerschein nur fürs Auto auch nicht. Mit einem Führerschein aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz brauchst du die volle Klasse A und dazu den internationalen Führerschein nach dem Wiener Übereinkommen von 1968. Bring beide mit. Klasse B reicht nicht, auch nicht mit B196, und A1 auch nicht. Rund um Chiang Mai gibt es Polizeikontrollen, Bußgelder werden immer wieder fällig, und vor allem kann dich ein ungültiger Führerschein den Versicherungsschutz kosten, auch den deiner Reiseversicherung. Ein Verleih, der dir einen Roller gibt, ohne je nach dem Führerschein zu fragen, verrät dir damit auch, wie er den Rest eurer Geschäftsbeziehung handhaben wird.

Warnzeichen am Verleihtresen

  • Sie wollen deinen Reisepass als Kaution. Die britische Regierung sagt es in ihren Reisehinweisen für Thailand klar: Gib deinen Pass nicht bei Fahrzeugvermietern ab, weil Firmen ihn wegen angeblicher Schäden zurückhalten können. Wer deinen Pass hat, sitzt bei jeder Verhandlung am längeren Hebel. Seriöse Verleiher machen eine Kopie, nehmen eine Barkaution und geben dir das Dokument sofort zurück.
  • Alles, was sie haben, ist alt. Ein müder Roller ist Pech. Zwanzig davon zeigen dir, wie der Verleih mit seinen Maschinen umgeht, auch mit den Teilen, die du nicht siehst.
  • Kein einziger Roller hat ABS. Jetzt weißt du, wonach du fragen musst. Ein Verleih, bei dem die Antwort bei jedem Roller Nein lautet, hat die Entscheidung schon für dich getroffen.
  • Kein gemeinsamer Rundgang bei der Übergabe. Alte Kratzer, die Touristen bei der Rückgabe in Rechnung gestellt werden, sind die klassische Masche bei Mietrollern in Thailand, mit dokumentierten erfundenen Reparaturrechnungen über Tausende Baht. Ein guter Verleih fotografiert den Roller zusammen mit dir, bevor du losfährst. Mach trotzdem dein eigenes Video mit Zeitstempel.
  • Die Helme sind Nebensache. Gesprungen, ohne Kinnriemen oder in einer Größe, die niemandem passt. Die Helmpflicht wird in Chiang Mai kontrolliert, und das Bußgeld ist noch der geringste Grund, darauf zu achten.
  • Nichts ist schriftlich. Kein Vertrag, keine genannte Kaution, kein Wort zur Versicherung. Später ist alles verhandelbar, und später verlierst du.

Was das für dich heißt

Frag ausdrücklich nach ABS, schau auf das Alter des Rollers, bevor du auf den Preis schaust, und lass deinen Pass nie hinter dem Tresen. Die Kurzfassung von allem oben ist die Checkliste, nach der wir RideMate aufgebaut haben. Wir vermieten genau drei Roller: die ADV 160, die günstigere ADV 150 und die Click 160 in der ABS-Version. Alle sind aktuelle Modelle, alle haben ABS, und wir liefern sie kostenlos überall in Chiang Mai, mit zwei Helmen, Wartung und Ersatzroller, pro Woche oder pro Monat. Deinen Reisepass bekommst du sofort zurück. Fragen beantworten wir auf WhatsApp, auf Englisch oder Thai.

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